Forderungsabtretung: Mit Factoring einfach & schnell

Forderungsabtretung - Factoring-Lexikon

Immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen entscheiden sich für eine Forderungsabtretung. Dadurch verbessern sie den eigenen Cashflow und können durch die gewonnene Liquidität eigenen Zahlungsverpflichtungen besser nachkommen.

Was ist eine Forderungsabtretung?

Bei einer Forderungsabtretung, hier am Beispiel von Factoring, verkauft ein Unternehmen seine Forderungen an ein Factoringunternehmen. Die Abtretung (Verkauf) wird vertraglich zwischen dem Verkäufer (Unternehmen) und dem Ankäufer (Factoring-Unternehmen) geregelt. Mit der Abtretung gehen alle Rechte und Ansprüche, die dem Factoring-Nehmer durch Gesetze oder Verträge mit dem Debitor (Schuldner) zustehen, an den Factor über.

Der Fachbegriff den bisherigen Verkäufer (Gläubiger) der Forderung lautet: Zedent. Der neue Gläubiger, der die Forderung ankauft, bezeichnet man als Zessionar.

Die Abtretung von Forderungen, werden in der Fachsprache auch als Zession bezeichnet und verändern auch das Schuldverhältnis.

Siehe auch hier §398 BGB.

Voraussetzungen einer rechtsmäßigen Forderungsabtretung

Abtretung von Geldforderungen an einen Dritten

Die wichtigste Voraussetzung für die Rechtmäßigkeit einer Abtretung der Forderung ist die Gültigkeit eines zugrunde liegenden Geschäftes. Das heißt, dass die Leistungen der Forderung:

  1. zu 100% erbracht sein müssen.
  2. frei von Rechten Dritter sein müssen.
  3. vertraglich auch abtretbar sein müssen.

Sind nicht alle 3 Punkte bei der Abtretung gegeben, ist diese Geschäft unwirksam und nicht gültig. Für den alten Gläubiger bedeutet das, dass er eine Rückabwicklung oder Rückabtretung der Forderungsabtretung verlangen kann.

Mehr Informationen  Debitor: einfach erklärt

Weitere Voraussetzungen, die für eine rechtmäßige Abtretung von Geldforderungen an den Zessionar gegeben sein müssen sind:

  • die abgetretene Forderung muss auf der Seite des Zedenten (Verkäufer) tatsächlich bestehen.
  • die verkaufte Forderung muss einem Geschäft eindeutig zuzuordnen sein.
  • die Forderung muss auf den Zessionar übertragbar sein.

In welchen Fällen kann eine Forderung nicht abgetreten werden?

Im Normalfall können beinahe alle im und Rechts- und Geschäftsverkehr entstehende Forderungen abgetreten werden. Es gibt aber auch wenige Ausnahmen, bei denen eine Forderungsabtretung nicht möglich ist. Da kann eine Forderung nicht abgetreten werden, sobald:

  1. die Abtretung von Forderungen vertraglich explizit ausgeschlossen wurde.
  2. sich durch die Abtretung eine Änderung des Forderungsinhaltes ergibt.
  3. eine Forderung nicht pfändbar ist.
  4. die Abtretung durch den Gesetzgeber gesetzlich verboten wurde.

Meistens ist keine Zustimmung des Schuldners zur Forderungsabtretung erforderlich. Das heißt: die Abtretung oder der Verkauf der Forderung muss dem Schuldner nicht bekannt gegeben werden.

Wo kommt es in der Praxis vor, dass Forderungen nicht abgetreten werden können?

Nicht alle in der Praxis abgeschlossenen Verträge, denen Forderungen zugrunde liegen, sind für die Forderungsabtretung geeignet. Dazu zählen:

  1. Versicherungsverträge: hier wird der Ausschluss der Veräusserung oder Abtretung meist vertraglich geregelt.
  2. auch Dienstleistungsverträge: meist sind Dienstleistungen noch mit regelmäßigen Arbeiten verbunden und nicht zu 100% erfüllt. Somit kommt es einer Änderung des Forderungsinhaltes.
  3. Teile des Arbeitsentgelts*: hier ist nicht der komplette Arbeitslohn pfändbar, sondern nur der unpfändbare Teil.
  4. die Abtretung von Ansprüchen der Gesellschafter gegenüber der Gesellschaft. Dies wurde auch vom Gesetzgeber unterbunden.
Rechtliche bei der Forderungsabtretung.

Die Forderungsabtretung und die rechtlichen Auswirkungen

Rechtliche Auswirkungen auf die Abtretung hat das Geschäft nicht. Da die Rechte und Pflichten eines Schuldners von einer Abtretung der Forderungen unberührt bleiben. Er muss genauso seiner Zahlungspflicht nachkommen, als wäre die Forderung nicht abgetreten worden. Wird eine Forderung vom Zedenten an den Zessionar übertragen, alle mit der Forderung verbundenen Sicherungsrechte auf den neuen Gläubiger über.

Mehr Informationen  Ausfallrisiko: was ist damit gemeint?

Wer nutzt die Forderungsabtretung durch Factoring?

Die regelmäßige Abtretung von Geldforderungen nutzen hauptsächlich mittelständische und auch kleine Unternehmen mittels Factoring.

Warum ist das eine bevorzugte Finanzierungsform für Unternehmen?

Zum einen liegt das darin begründet, dass durch die restriktive Kreditvergabe bei Banken die Unternehmen zunehmends auf alternative Finanzierungsformen zurück greifen. Ein anderer Grund ist, dass die Firmen meist unter langen Zahlungszielen der eigenen Forderungen leiden. Somit ist dringend benötigtes Geld, um eigenen Verfplichtungen nachzukommen, in Forderungen gebunden.

Abhilfe schafft hier Factoring. Factoring ist der wiederkehrende Verkauf offener Forderungen aus Lieferungen oder Leistungen gegen sofortige Zahlung des Kaufpreises durch einen Dritten (Factor).

Lesen Sie hier: Factoring, was ist das genau?


* Das Arbeitsentgelt ist die finanzielle Vergütung, die der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer für eine gemäß Arbeitsvertrag vereinbarte Leistung schuldet.


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