Factoring versus Inkasso – Erklärung der Unterschiede

Factoring versus Inkasso - Unterschiede einfach erklärt

Factoring versus Inkasso: Kennen Sie die Unterschiede?

Wenn es um das Thema Factoring geht, wird das von den meisten Unternehmen mit Inkasso in Verbindung gebracht. Dass zwischen den beiden aber gravierende Unterschiede bestehen, ist den wenigsten klar.

Im folgenden werden die Unterschiede näher erläutert.

Was ist Factoring?

Unterschied Factoring versus Inkasso.

Wie in der Definition schon beschreiben, findet das eigentliche Factoring-Geschäft, was übrigens auch ein Kaufgeschäft ist, vor Fälligkeit statt. Das bedeutet für Sie als Unternehmer: Sie verkaufen Ihre Forderungen vor deren Fälligkeit an ein Factoring-Unternehmen und erhalten im Gegenzug den vollen Kaufpreis (abzüglich einer geringen Factoring-Gebühr).

Beim Factoring handelt es sich immer um den Verkauf von Forderungen, deren Zahlungsziel noch nicht verstrichen ist.

Ebenfalls übernimmt der Factor für die angekauften Rechnungen das Delkredere (Ausfallschutz). Für Sie bedeutet das, dass Sie auf alle Fälle die Ausgangsrechnungen bezahlt bekommen.

Siehe auch hier: Was ist Factoring?

Was ist Inkasso?

Es gibt 4 Möglichkeiten der Forderungsbeitreibung durch Dritte.

Die erste Art eines Inkassoverfahrens ist, den Auftrag zur Forderungsbeitreibung an ein zugelassenes Inkassobüro oder einen Anwalt weiterzugeben. Dieser holt dann die Forderung im Namen des Mandanten ein. Dabei bleibt der Gläubiger selbst Inhaber der Forderung und nutzt lediglich die Dienste des Inkassobüros oder Anwalts, um die Zahlungen besser durchsetzen zu können.

Eine andere Form ist die Einziehungsermächtigung. Dabei wird das Inkassounternehmen bevollmächtigt, im eigenen Namen die Forderungen zu verlangen.

Die dritte Art ist die Inkassozession. Der Gläubiger tritt die Forderung an einen Zessionar ab, wobei dieser im Prozess die Stellung des ursprünglichen Auftraggebers vertritt.

Die letzte Möglichkeit die Forderungen beizutreiben ist die Vollabtretung. Dabei kauft ein Inkassounternehmen die Forderung auf und der Verkäufer tritt diese ohne Zweckbindung ab. Meist ist diese Variante mit hohen Geldeinbussen für den Gläubiger verbunden. Das heißt, Sie erhalten nur einen geringen prozentualen Anteil der ursprünglichen Forderungshöhe bezahlt.

Factoring versus Inkasso: die Unterschiede

Die unterschiedliche Definitionen der beiden Finanzdienstleistungen.

Factoring-Definition

Unter Factoring versteht man den wiederkehrenden Verkauf von offenen Forderungen aus Leistungen gegen sofortige Zahlung des vertraglich geregelten Kaufpreises durch einen Factor.

Inkasso-Definition

Unter Inkasso versteht man die Beitreibung eigener oder fremder fällig gewordener Forderungen. Im Regelfall bekommen Inkassounternehmen vom Gläubiger den Auftrag des Forderungseinzuges gegen dessen Schuldner.

Unterschiede von Factoring zum Inkasso tabellarisch dargestellt

Im Folgenden haben wir die Unterschiede zwischen den Finanzdienstleistungen tabellarisch dargestellt.

Factoring

  1. Geschäft mit dem Factor findet VOR Fälligkeit statt
  2. Garantierte sofortige Zahlung des Rechnungsbetrags
  3. Risiko geht auf den Factor über. Bei Nichtzahlung betreibt der Factor in Absprache mit dem Factoring-Nehmer das Inkasso.
  4. Planbare Zahlungseingänge, sichere Liquiditätsplanung
  5. Enorme Zeitersparnis

Inkasso

  1. Geschäft findet NACH Fälligkeit der Forderung statt.
  2. Zeitintensiv und Aufwändig.
  3. Meist Ratenzahlungsvereinbarung mit dem Schuldner. 
  4. Unsicherheit beim Zahlungseingang, es ist nicht sichergestellt, dass die Forderungen auch tatsächlich beglichen werden.
  5. Risiko bleibt beim Ihnen.
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Fazit

Wie Sie aus den oben aufgeführten Erklärungen entnehmen können, hat Factoring im direkten Sinn nichts mit Inkasso gemeinsam.