Wie funktioniert Factoring?

Die eigentliche Funktionsweise der Factoring Finanzierung ist kurz und bündig erklärt: Erstens verkauft das Unternehmen offene Forderungen an den Factoring-Partner. Zweitens zahlt der Factor die Rechnung an den Factoringnehmer. Drittens bezahlt der Kunde den Rechnungsbetrag der Forderung an den Factor. Das wäre der Idealfall.

Die Finanzierungsfunktion ist die wichtigste Funktion beim Factoring. Sie ist ein Garant dafür, dass aus offenen Forderungen sofort Zahlungseingänge werden.

Die Liquidität im Unternehmen muss jederzeit gewährleistet sein. Dafür ist die Finanzierungsfunktion beim Factoring bestens geeignet. Liquiditätsengpässe gehören dadurch der Vergangenheit an.

Wie funktioniert Factoring? Funktionen einfach erklärt.

Wie funktioniert die Factoring Finanzierung in der Praxis?

Bevor Sie mit Factoring starten können müssen Sie als Erstes einen Factoring-Partner, perfekt passend zu Ihrem Unternehmen finden. Am Besten hier über das Portal. Ist ein Kontakt hergestellt, prüft der Factor die Möglichkeit einer Factoring-Zusammenarbeit. Dazu werden die Bonität, die Forderungen sowie das Forderungsmanagement ihres Unternehmens analysiert.

Ebenso werden die wichtigsten Abnehmer des Unternehmens auf ihre Kreditwürdigkeit und ihre vertragliche Beziehung zu ihnen als potentiellen Factoringkunden geprüft. Fällt das Analyse-Ergebnis positiv aus, werden mit ihnen die Konditionen ausgehandelt. Abschließend wird die Zusammenarbeit mit einem Factoring-Vertrag besiegelt. Sind alle bisherigen Schritte abgeschlossen, dann beginnt der eigentliche Forderungsverkauf und einer Liquiditätssteigerung steht nichts mehr im Wege.

Factoring einfach erklärt – Ablauf in einem Schaubild dargestellt:

So funktioniert Factoring in der Praxis.
Factoring-Ablauf in 6 Schritten schematisch erklärt.

Wie funktioniert Factoring – als Beispiel beschreiben wie das Full-Service Factoring (als offenes Factoring). Dies vereint alle 3 Factoring-Funktionen (die Finanzierungsfunktion, die Versicherungsfunktion und die Servicefunktion) in einer Finanzdienstleistung.

  1. Sie beliefern Ihre Kunden wie bisher auch mit Waren oder Dienstleistungen.
  2. Sie stellen die Rechnung an den Kunden.
  3. Eine Kopie der Forderung senden Sie an den Factor.
  4. 80% – 95% der Rechnungssumme werden Ihnen SOFORT gutgeschrieben.
  5. Ihr Kunde begleicht die offene Forderung an den Factor.
  6. Das Factoring-Institut überweist Ihnen die noch offenen 5% – 20% der Forderung.

Allerdings müssen nicht alle Funktionen zum Einsatz kommen, sondern können individuell auf den Factoring-Kunden abgestimmt werden. Beinhaltet es nur zwei Funktionen, zum Beispiel: Finanzierungsfunktion und Delkredere, sodass das Debitorenmanagement in eigenen Händen bleibt, dann spricht man von Inhouse-Factoring.

Erfahren Sie hier mehr über unterschiedliche Factoring Arten.

Factoring Finanzierung : Funktionen im Detail erklärt

Die 3 Hauptfunktionen beim Factoring im Überblick:

Finanzierungsfunktion

Zu der Frage – Wie funktioniert Factoring? – gehört in erster Linie die Finanzierungsfunktion, wobei Factoring kein Kreditgeschäft, sondern ein reines Kaufgeschäft ist.

Durch Factoring die Liquidität sofort steigern.

Die Finanzierungsfunktion des Factorings steht bei Factoring-Nehmern im Mittelpunkt des Interesses. Jeder Factoringkunde möchte sofortigen Liquiditätszufluss. Der Factor garantiert das mit der Ankauffunktion. Sie müssen somit nicht wochenlang abwarten, bis der Debitor die ausstehenden Forderungen begleicht, sondern bekommen rund 80 bis 90 Prozent (abzüglich den Factoring Kosten) der Rechnungssumme innerhalb von ein bis zwei Werktagen ausgezahlt.

Die restliche Summe dient als Sicherheitseinbehalt für den Fall, dass der Debitor die Rechnung kürzt oder reklamiert. Der Restbetrag wird an das Unternehmen ausgezahlt, wenn die komplette Summe der Forderung durch den Debitor bezahlt wurde.

Die fortlaufende Sicherstellung der Liquidität bringt viele Vorteile mit sich. Zum Beispiel: als Unternehmer können Sie zum Beispiel eigene Rechnungen früher begleichen und so im Einkauf eventuell Skonti realisieren.

Delkredere-Funktion

Delkrederfunktion beim Factoring schützt vor Forderungsausfall.

Neben der Finanzierung übernehmen die Factoring-Anbieter auch das Delkredere (Ausfallrisiko) der Forderungen. Das Ausfallrisiko sichert der Factor durch den Abschluss einer Warenkreditversicherung im Hinblick auf den jeweiligen Debitor ab. Er vergibt für jeden Ihrer Debitoren ein Ankaufslimit, bis zu dessen Höhe der mögliche Forderungsausfall durch die Warenkreditversicherung abgedeckt ist.

Grundsätzlich kauft der Factor keine Forderungen, die nicht durch ein Ankaufslimit gedeckt sind, auf, sondern verwaltet die Forderungen im Rahmen des Debitorenmanagements.

Für Sie als Unternehmer gilt daher – Nur wenn der Factor auch die Delkredere-Funktion übernimmt spricht man von „Echtem Factoring“. Dadurch ist die Forderung auch gegen Ausfall geschützt. Sollte ein Debitor nicht bezahlen, dann betreibt der Factor ein mit Ihnen abgestimmtes Mahnwesen und Inkasso (Forderungsbeitreibung).

Abwicklungsfunktion (Servicefunktion)

Unter der Abwicklungsfunktion (Servicefunktion) ist das Debitorenmanagement gemeint. Neben der Finanzierung und dem Ausfallschutz ist das Outsourcing (Auslagerung) des Forderungsmanagements ein weiterer Factoring Vorteil bei dessen Einsatz. Dazu gehört neben der Debitorenbuchhaltung auch das Mahnwesen und ggf. das Inkasso.

Die Factoring-Gesellschaften verbuchen sämtliche Ausgangsrechnungen und stellen eine Debitorenbuchhaltung zur Verfügung.

Was ist Factoring für eine Finanzierung?

Die Factoring Finanzierung verständlich in der Funktionsweise und den wichtigsten Vorteilen erklärt.

Definition Factoring Finanzierung und Funktionsweise

Factoring ist eine innovative Form der Finanzierung, bei der ein Unternehmen seine offenen Forderungen an ein Factoring-Institut (auch Factor genannt) verkauft. Der Factor zahlt dem Unternehmen einen bestimmten Prozentsatz des Forderungsbetrags sofort aus, wodurch die Liquidität des Unternehmens schnell und unkompliziert gesteigert wird. Der Factor übernimmt zudem das Debitorenmanagement und das Ausfallrisiko.

Vorteile des Factorings

  • Schnelle Liquidität: Unternehmen erhalten sofort nach Verkauf der Forderung den Großteil des Forderungsbetrags ausgezahlt.
  • Verbesserte Bonität: Durch den Verkauf der Forderungen wird die Bilanz des Unternehmens entlastet, was sich positiv auf die Bonität und die Kreditwürdigkeit auswirken kann.
  • Reduzierung des Ausfallrisikos: Der Factor übernimmt das Risiko eines Forderungsausfalls.
  • Entlastung des Debitorenmanagements: Der Factor kümmert sich um die gesamte Abwicklung des Forderungsprozesses, einschließlich der Buchhaltung und des Mahnwesens.

Arten des Factorings

  • Echtes Factoring: Der Factor übernimmt das volle Ausfallrisiko und die Debitorenbuchhaltung.
  • Unechtes Factoring: Der Factor übernimmt nur das Delkredererisiko, die Debitorenbuchhaltung bleibt beim Unternehmen.
  • Offenes Factoring: Der Kunde wird über den Verkauf der Forderung informiert.
  • Stilles Factoring: Der Kunde wird nicht über den Verkauf der Forderung informiert.

Einsatzbereiche des Factorings

Factoring kann von Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen genutzt werden. Es ist besonders geeignet für Unternehmen,

  • die mit langen Zahlungszielen arbeiten,
  • ein schnelles Wachstum verzeichnen,
  • saisonalen Schwankungen unterliegen,
  • oder ein hohes Ausfallrisiko haben.

Fazit

Factoring ist eine flexible und effiziente Finanzierungsmöglichkeit, die Unternehmen zahlreiche Vorteile bietet. Die Kosten und die Abhängigkeit vom Factor sollten jedoch beachtet werden.

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