Reverse-Factoring : die umgekehrte Finanzierunsform

Reverse-Factoring : die umgekehrte Finanzierungsform

Lieferanten und Abnehmer können beim Reverse-Factoring gemeinsam kurzfristig Liquidität generieren!

Was ist Reverse-Factoring?

Das Reverse-Factoring ist in mittelständischen Betrieben eine beliebte Finanzierungsform zur Vorfinanzierung von Waren. Auch bekannt unter Einkaufsfinanzierung oder Lieferantenfinanzierung.

Beim normalen Factoring verkauft eine Firma offene Kundenrechnungen an einen Factor. Die an den Kunden gestellten Rechnungen werden von diesem dann beglichen. Der Vorteil besteht darin, dass der Forderungsverkäufer zeitnah die Rechnungen durch den Factor beglichen werden. Somit steigert der Forderungsverkauf die Liquidität im Unternehmen.

Bei der umgekehrten Finanzierungsform hingegen werden die Lieferantenrechnungen durch den Factor beglichen und der Factoring-Nehmer zahlt dann im vereinbarten Zahlungsziel an den Factor. Also genau anders rum.

Unternehmen, die Waren anderer Firmen benötigen, müssen auf die stetige Lieferung der Waren verlassen können.

Der Lieferant plant aber mit der pünktlichen Bezahlung der Forderungen. Damit dies gewährleistet ist, kommt das Reverse-Factoring zum Zuge.

Um Produktionsausfälle zu vermeiden oder ein stabiles Lieferanten-Abnehmer-Verhältnis aufzubauen, kann das Reverse-Factoring auch sehr unterstützend sein. Das Risiko einer Nichtzahlung durch den Factoringnehmer wird vollständig auf den Factor übertragen.

Das Risiko ist für den Factor höher als beim gewöhnlichen Forderungsverkauf. Somit werden an den Abnehmer höhere Bedingungen gestellt. Unter anderem wird der Abnehmer anhand der Bonität, der Rückversicherungsfähigkeit und der Höhe der Einkaufsforderungen beurteilt.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, steht einer Dreier-Geschäftsbeziehung (Factor, Abnehmer und Lieferant) nichts mehr im Wege.

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Reverse-Factoring – Vorteile

Diese Finanzierungsart bietet sowohl für den Lieferanten, als auch für den Abnehmer eine WIN-WIN-Situation. Für beide Seiten ergeben sich enorme finanzielle Vorteile und Entlastungen.

Vorteile für den Abnehmer

Es entsteht eine gewisse Unabhängigkeit für den Abnehmer gegenüber Banken und Kreditinstituten. Er muss nicht zur Bank gehen um seinen Einkauf finanzieren zu können, sondern nutzt die Dienstleistung des Factors.

Der Factoringnehmer (Abnehmer) kann im Idealfall die eigenen Zahlungseingänge nutzen um seinen Verpflichtungen gegenüber dem Factor nachzukommen.

Der Abnehmer hat eine bessere Form der Liquiditätsbeschaffung, begründet durch die längeren Zahlungsziele beim Factoring-Partner.

Für den Kunden ergeben sich verbesserte Einkaufsvorteile gegenüber dem Lieferanten. Eventuell durch Skontoausnutzung. Die Ausgangsposition bei Preisverhandlungen mit dem Lieferanten wird dadurch gestärkt.

Der Factor schließt einen Zusatzvertrag mit dem Lieferanten ab, der ausschließlich die Forderungen des Abnehmers beinhaltet.

Vorteile für den Lieferanten

Der Lieferant kann auf die schnelle Zahlung des Kaufpreises zurückgreifen.

Er umgeht damit möglichen Forderungsausfällen, da auch hier der Factor das Delkredere übernimmt. Der Lieferant bekommt also auf alle Fälle seine Forderungen bezahlt.