Was ist Factoring?

Was ist Factoring?

Factoring als Finanzierungsform ist die Lösung, sobald im Unternehmen wegen verzögertem Zahlungseingang oder gar durch Forderungsausfall die eigene Liquidität gefährdet ist.

Hauptsächlich ist Factoring (auch bekannt unter Rechnungsvorfinanzierung) eine echte alternative Finanzierungsform für kleine und mittelständische Unternehmen. Es wird in erster Linie zur Liquiditätssteigerung und -sicherung eingesetzt.

Was ist Factoring : per Definition einfach erklärt

Factoring Definition - einfach erklärt

Was ist Factoring – Erklärung per Definition:
Factoring ist eine besondere Form der Rechnungsfinanzierung, die mit dem Verkauf gewerblicher Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen an eine Factoringgesellschaft die finanzielle Situation im Unternehmen enorm verbessert.

Der Forderungsverkauf an ein Kreditinstitut oder Finanzdienstleistungsinstitut (auch Factor genannt) findet vor Fälligkeit statt. Das heißt, dass Zahlungsziele der Forderungen (Rechnungen) beim Verkauf noch nicht überschritten sein dürfen.

Mit dem Verkauf offener Forderungen müssen Sie Ihrem Geld nicht mehr „hinterherlaufen“ und Forderungsausfälle mit zusätzlichen Aufträgen kompensieren. Ebenfalls ist der Verkauf von wiederkehrenden Forderungen kein Bankgeschäft nach § 1 Kreditwesengesetz (KWG), sondern ein Kaufgeschäft. In der Hauptsache ist er eine flexible Form der Absatzfinanzierung mit sofortiger Liquiditätssteigerung.

Erfahren Sie alles: Was ist Factoring – Erklärungen zum Ablauf – wichtige Tipps zum passenden Anbieter und welche unterschiedliche Arten und Verfahren es in Deutschland gibt.

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Welche Funktionen beinhaltet Factoring?

Hauptsächlich beinhaltet das Factoring 3 wichtige Funktionen:

Finanzierungsfunktion

Diese beinhaltet die sofortige Bevorschussung der verkauften Forderungen. Wobei diese nicht als Kreditgeschäft zu bewerten ist, sondern als reines Kaufgeschäft. Diese Funktion ist auch ein Hauptbestandteil für den sofortigen Liquiditätszufluss.

Delkrederefunktion

Hierbei übernimmt der Factor das Ausfallrisiko. Für Unternehmen bedeutet das, dass die verkauften Rechnungen auf jeden Fall durch den Factor bezahlt werden. Der Factor wiederum sichert die angekauften Forderungen mit einer Warenkreditversicherung (WKV) ab.

Dienstleistungsfunktion (Abwicklungsfunktion)

Zu den Dienstleistungen, die das Factoringunternehmen anbietet, gehört auch die Übernahme des Debitorenmanagements. Ihr Unternehmen wird durch den Factor entlastet.

Die Übernahme dieser drei Funktionen durch das Factoringinstitut bringt Ihrem Unternehmen enorme Vorteile, da Sie sich wieder mehr auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Was ist Factoring : welche Vorteile bietet diese Finanzierungsform?

  1. Sofortiger Liquiditätszufluss.
  2. Schutz vor Forderungsausfall – Ausfallschutz.
  3. Kosteneinsparung durch Outsourcing des Debitorenmanagements.
  4. Minimierung der Außenständen.
  5. Keine Stellung von zusätzlichen Sicherheiten.
  6. Bilanzverkürzung und Verbesserung der Eigenkapitalquote.
  7. Umsatzkongruente Finanzierung.
  8. Eventuelle Skontovorteile im Einkauf (Materialbeschaffung).
  9. Wettbewerbsvorteile.

Welche Factoring-Arten gibt es?

Was ist Factoring und welche Arten gibt es?

Über Jahre hinweg haben Factoringinstitute unterschiedliche Varianten entwickelt um so für die jeweiligen Bedürfnisse der einzelnen Unternehmen Lösungen anbieten zu können. Dadurch ergibt sich für die Anschlusskunden eingrößerer Spielraum bei der Liquiditätsbeschaffung.

Echtes- und unechtes Factoring

Echtes Factoring

Echtes Factoring bedeutet, dass der Factor die Forderungen des Anschlusskunden regresslos, das heißt ohne Rückgriffsmöglichkeiten auf den Verkäufer, ankauft. Der Kauf kommt zustande, wenn der Factor das Delkredere (Ausfallrisiko) der angekauften Forderung im Rahmen des Ankauflimits übernimmt.

Unechtes Factoring

Wird „Unechtes Factoring“ angewendet, bedeutet das im Umkehrschluss, dass die Gesellschaft das Ausfallrisiko der angekauften Forderungen nicht übernimmt. Das hat zur Folge, dass der Factor im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Debitors den Kaufpreis der Forderung vom Factoringkunden zurückverlangen kann.

Offenes- und stilles Factoring

Offenes Factoring

Beim offenen Factoring verkauft der Anschlusskunde die Forderungen an eine Factoringgesellschaft. Die Forderungsabtretung wird beim offenen Verfahren dem Debitor mit einem Vermerk auf den Rechnungen mitgeteilt, dass die Forderungen an einen Factor abgetreten sind. Von den meisten Anbietern wird diese Art der Forderungsfinanzierung auch als Full-Service angeboten.

Stilles Factoring

Wird stilles Factoring angewandt, so werden die Debitoren nicht über die Forderungsabtretung informiert. Auch stehen keine Abtretungsvermerke auf den Rechnungen. Auch die Bankverbindung ist nicht die des Factors, sondern eins des Forderungsverkäufers, allerdings wurde das Konto zuvor an den Factor abgetreten. Der Factor verwaltet das Konto. Das stille Verfahren verläuft sehr diskret und es ist für die Debitoren nicht ersichtlich, dass die Forderungen abgetreten wurden.

Factoring: Fragen und Antworten

Was ist Factoring: wie ist der Ablauf beziehungsweise wie funktioniert es?

Der Ablauf und die Funktionen lassen sich in 6 einfachen Schritten erklären. Nachdem der passende Factoring-Partner gefunden wurde, werden die Rechnungen an diesen verkauf. In Normalfall funktioniert der Forderungsverkauf dann so:

So funktioniert Factoring. Ablauf schematisch dargestellt.
  1. Sie beliefern Ihre Kunden wie seither auch mit Waren oder Dienstleistungen.
  2. In Regelmäßigen Abständen überprüft der die Bonität Ihrer Kunden und bestimmt das Ankaufslimit. Wenn alle Parameter stimmen, dann geht es weiter zu Punkt 3, zum eigentlichen Forderungsankauf.
  3. Voraussetzung für den Ankauf ist die Verität der Rechnung. Das bedeutet, dass alle Leistungen zu 100 Prozent erbracht sein müssen, die Forderung abtretbar ist und frei von Rechten Dritter. Stimmt alles, dann wird die Rechnung auf Grundlage des Factoringvertrages angekauft.
  4. Der Ankäufer zahlt zwischen 80 und 95 Prozent des Kaufpreises aus. Die restlichen 5 bis 20 Prozent dienen als Sicherheitseinbehalt. Damit werden eventuelle Mängel, Reklamationen oder sonstigen Ungereimtheiten abgedeckt.
  5. Ihr Kunde begleicht die Forderung innerhalb der vereinbarten Zahlungsziele an den Factor.
  6. Nachdem die Rechnung vollständig vom Kunden bezahlt wurde überweist der Factor den restlichen Sicherheitseinbehalt.
Was ist Factoring: was kostet mich das?

Die Kosten sind von Anbieter zu Anbieter verschieden. Die Kosten setzen sich in unterschiedlichen Gebührenbestandteile zusammen, wobei sich die Höhe der Kosten nach individuellen Kenngrößen richten wie:

  1. Bruttojahresumsatz.
  2. Durchschnittliche Rechnungsgröße.
  3. Laufzeit des Forderungsbestandes.
  4. Anzahl Ihrer Debitoren.
  5. Bonität und Struktur Ihrer Debitoren.

Erfahren Sie hier mehr über die Kosten und Gebühren.

Was ist Factoring: kann jedes Unternehmen Factoring nutzen?

Im Prinzip ja. Die Kernzielgruppe ist hauptsächliche das produzierende Gewerbe, Handel / Großhandel und Dienstleister. Auch Handwerksbetriebe können sich vor Forderungsausfall schützen und die Liquidität steigern. Stellen Sie einfach auf dem Portal eine Anfrage.

Was ist Factoring: wird Factoring als Verschuldung betrachtet?

Nein. Factoring ist keine Verschuldung. Es wird heutzutage sogar als Gütesiegel angesehen, denn nur gesunde Unternehmen können Factoring nutzen. Wenn die Forderung gegen Geld verkauft wird, ist es genau das – ein Verkauf. Aus diesem Grund steht es kleinen und mittelständischen Unternehmen frei, Factoring-Vereinbarungen mit einem Finanzunternehmen zu treffen, selbst wenn sie bereits eine Beziehung zu einer Bank haben. Aufgrund der Einfachheit der Transaktion werden Factoring-Vereinbarungen in der Regel schnell abgeschlossen.

Warum sollte ein Unternehmen Factoring verwenden?

Die einfache Antwort darauf besteht darin, den Zugriff auf Gelder und den eingehenden Cashflow zu beschleunigen, da der Zahlungseingang für Rechnungen manchmal ein langwieriger Prozess sein kann.

Eines der Probleme für viele Unternehmen besteht darin, dass die Zahlungsbedingungen für Rechnungen zwischen 30 und 120 Tagen liegen können und dies zu Cashflow-Problemen führen kann. Die Lücke im Cashflow in diesem Zeitraum wurde häufig durch Kontokorrentkredite oder Geschäftskredite geschlossen. Hier können alternative Finanzierungen wie diese Art der Debitorenfinanzierung einen Mehrwert schaffen.

Wenn Unternehmen jedoch möglicherweise nicht über die perfekte Bonität verfügen, sind diese Optionen möglicherweise nicht verfügbar. Das Verkaufen von offenen Rechnungen kann daher eine nützliche Lösung für ähnliche Situationen bieten.

Zusammenfassung
Im Wesentlichen dient Factoring dazu, um das dringend benötigte Betriebskapital zu erzielen, bei dem die Bezahlung von Rechnungen lange dauert.

Unser Tipp: Stellen Sie hier in nur 2 Minuten und in 2 Schritten eine Anfrage an seriöse Anbieter und lassen Sie sich von den Spezialisten der Unternehmen beraten, die auch wirklich zu Ihrer Unternehmung passen.