Die Factoring Entwicklung in Deutschland

Factoring hat in Deutschland in den letzten Jahren eine bedeutende Entwicklung erfahren. Laut dem Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM) ist der deutsche Factoringmarkt seit 2009 um durchschnittlich 8,5% pro Jahr gewachsen. Im Jahr 2020 betrug das Forderungsvolumen, das über Factoring finanziert wurde, in Deutschland rund 285 Milliarden Euro.

Seit wann gibt es Factoring in Deutschland?

Factoring als Finanzdienstleistung gibt es in Deutschland seit den 1960er Jahren. Die ersten Factoring-Gesellschaften wurden in dieser Zeit gegründet und boten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Forderungen an Dritte zu verkaufen, um schneller an Liquidität zu gelangen und das Risiko von Zahlungsausfällen zu reduzieren. In den folgenden Jahrzehnten hat sich das Factoring in Deutschland zu einem wichtigen Instrument der Unternehmensfinanzierung entwickelt und ist heute eine etablierte Alternative zu klassischen Finanzierungsinstrumenten wie Bankkrediten oder Leasing.

Eine der wichtigsten Entwicklungen auf dem deutschen Factoringmarkt ist die Zunahme von FinTech-Unternehmen, die sich auf Factoring spezialisiert haben. Diese Unternehmen bieten schnelle und effiziente Factoring-Lösungen an und haben damit den Wettbewerb auf dem Markt erhöht. Außerdem haben sie dazu beigetragen, die Kosten für Factoring zu senken, indem sie den Prozess der Forderungsfinanzierung digitalisiert und automatisiert haben.

Eine Herausforderung für den deutschen Factoringmarkt sind die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie haben zu einer Zunahme von Zahlungsverzögerungen und -ausfällen geführt, was zu einem Anstieg der Nachfrage nach Factoring-Lösungen geführt hat.

Insgesamt hat Factoring in Deutschland in den letzten Jahren eine positive Entwicklung erfahren und wird voraussichtlich auch in Zukunft eine wichtige Finanzierungsoption für Unternehmen bleiben.

Factoring Entwicklung in mittelständischen Unternehmen

Laut dem Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM) nutzen mittlerweile etwa 60% aller Factoring-Kunden in Deutschland kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit einem Jahresumsatz von weniger als 50 Millionen Euro.

Factoring-Entwicklung in Unternehmen.

Factoring hat sich in den letzten Jahren zunehmend auch im Mittelstand etabliert. Insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) haben Factoring als Alternative zu Bankkrediten entdeckt, um ihre Liquidität zu erhöhen und ihre Finanzierungsstruktur zu diversifizieren. Denn gerade für KMU ist es oft schwierig, von Banken Kredite zu erhalten, insbesondere wenn sie noch nicht über eine lange Kreditwürdigkeit verfügen.

Es ermöglicht es diesen Unternehmen, ihre Forderungen an einen Factoring-Dienstleister zu verkaufen und so schnell an Liquidität zu gelangen. Zudem übernimmt der Factoring-Anbieter das Ausfallrisiko, was für Unternehmen ein großer Vorteil sein kann. Durch den Verkauf der Forderungen verbessert sich auch die Bilanzstruktur des Unternehmens, da die Forderungen als liquide Mittel in der Bilanz ausgewiesen werden können.

Eine weitere wichtige Factoring Entwicklung ist die verstärkte Nutzung von Reverse Factoring, bei dem der Abnehmer die Forderungen seiner Lieferanten vorfinanziert. Dieses Modell ermöglicht es Lieferanten, ihre Forderungen schneller zu erhalten und somit ihre Liquidität zu verbessern.

Insgesamt hat die Factoring Entwicklung in Deutschland in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Der Markt wächst kontinuierlich und wird immer stärker von mittelständischen Unternehmen genutzt. Dabei bieten Factoring-Anbieter mittlerweile auch spezielle Angebote für KMU an, um den Bedürfnissen dieser Zielgruppe gerecht zu werden.

Warum nutzen Unternehmen in Deutschland zunehmend das Factoring?

Unternehmen in Deutschland nutzen Factoring aus verschiedenen Gründen, darunter:

  1. Liquiditätsverbesserung: Factoring bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre offenen Forderungen schnell und einfach in Bargeld umzuwandeln. Dies kann helfen, Liquiditätsengpässe zu vermeiden und das Working Capital zu erhöhen.
  2. Risikomanagement: Durch Factoring können Unternehmen das Ausfallrisiko ihrer Forderungen an den Factor abgeben. Der Factor übernimmt das Mahnwesen und das Inkasso und trägt somit das Risiko für den Forderungsausfall.
  3. Kosteneinsparung: Factoring kann für Unternehmen kosteneffizienter sein als andere Formen der Finanzierung, wie z.B. Kredite oder Überziehungen. Die Gebühren für das Factoring können je nach Vertragsgestaltung günstiger ausfallen als die Kosten für Zinsen oder Mahngebühren.
  4. Fokussierung auf das Kerngeschäft: Durch die Auslagerung des Forderungsmanagements können sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und Zeit und Ressourcen sparen, die sonst für das Mahnwesen und Inkasso aufgewendet werden müssten.
  5. Kundenbeziehung: Factoring kann eine positive Wirkung auf die Kundenbeziehung haben, da die Kunden sich nicht mehr direkt mit dem Unternehmen, sondern mit dem Factor in Verbindung setzen müssen. Dies kann dazu beitragen, Konflikte zu vermeiden und die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden zu stärken.

Wer bietet Factoring in Deutschland an?

In Deutschland bieten Factoring-Gesellschaften, Factoring-Banken und einige FinTech-Unternehmen Factoring an. Factoring-Gesellschaften sind spezialisierte Unternehmen, die sich auf das Factoringgeschäft konzentrieren und in der Regel unabhängig von Banken operieren. Factoring-Banken sind Banken, die neben anderen Finanzdienstleistungen auch Factoring anbieten.

FinTech-Unternehmen sind junge Unternehmen, die innovative Technologien nutzen, um Finanzdienstleistungen anzubieten und können auch Factoring anbieten.

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